Yizkor (A 1924) – Inhaltsangabe

In der Rahmenhandlung pilgern Gläubige zum Grab des Märtyrers Leybke, dessen Geschichte der Rabbiner in Form der eigentlichen Handlung dem jüngsten Gemeindemitglied erzählt:

Leybke ist ein junger jüdischer Bauer auf den Gütern von Graf Zsaky: Er wurde als Waisenkind von einer christlichen Pflegemutter, Zsuzsi, aufgezogen. Sein bester Freund ist der Haushofmeister des Grafen. Dies wiederum missfällt Stefan, einem Mitglied der gräflichen Leibgarde. Als Leybke über Stefans üble Nachrede von einem weiteren Freund, dem Buckligen, informiert wird, fordert Leybke Stefan zum Zweikampf heraus; Leybke gewinnt.

Leybke hat zwar nichtjüdische Freunde, doch sein Herz hat er einer Jüdin geschenkt, Kreyndl, die Tochter des Schankwirts Zimel. Deren Familie wird Zeuge von Leybkes Ernennung zum Leibgardisten, ein sozialer Aufstieg, durch den Leybke sich nun endlich mit Kreyndl verloben kann.

Als Graf Zsaky und seine Tochter Helena von einer längeren Reise zurückehren, wird diese auf Leybke bei ihrer Audienz aufmerksam, weil er ihr das Fell eines von ihm erlegten Bären offeriert. Sie beginnt, den jungen Mann zu begehren und befördert ihn eigenmächtig zum Gardekapitän, etwas, was Stefan zutiefst erzürnt. Bei einem gemeinsamen Ausritt versucht Helena, Leybke zu verführen, doch Leybke zeigt kein Interesse. Zutiefst gekränkt reitet sie allein zurück.

Helena versucht, den Grund für die Zurückweisung zu suchen und schickt ihre Zofe, herauszufinden, was es mit der Beziehung zwischen Leybke und Kreyndl auf sich hat. Dabei wird die Zofe Zeugin von deren Verlobung.

Wenig später wird die Hochzeit vorbereitet, woran auch Leybkes Adoptivmutter Zsuzsi beteiligt ist. Am Hochzeitstag selbst wartet die Hochzeitsgesellschaft, darunter auch der Haushofmeister, auf Leybke, der nicht kommt, da Helena, Leybke erneut verführen will. Als Leybke sie wieder abweist, suggeriert sie ihrem Vater, dass Leybke sie vergewaltigen wollte, woraufhin dieser den Unschuldigen einkerkern lässt. Der Haushofmeister, der sich das Fehlen Leybkes auf dessen eigener Hochzeit nicht erklären kann, begibt sich in das Schloss, wo er von der Gefangennahme Leybkes erfährt. Zusammen mit dem Buckligen verhilft er Leybke zur Flucht vom Turmkerker und dieser kann Kreyndl heiraten.

Doch Leybkes Flucht bleibt nicht lange unbemerkt und es wird nach ihm gefahndet. Leybke, der sich mit seiner Frau in einer Höhle versteckt hält, stellt sich, als der Graf zehn unschuldige Juden an seiner Statt einkerkern lassen will.

Wieder Gefangener, muss Leybke unter den Peitschenhieben des nun zum Kapitän der Garde beförderten Stefan vor den Gästen des Grafen bis zur Erschöpfung in einem Bärenkostüm tanzen. Als Helena sieht, dass es sich um Leybke handelt, den sie nach wie vor liebt, verlässt sie schockiert die Gesellschaft. Wenig später begibt sie sich in den Kerker, in den der entkräftete Leybke zurückgebracht wurde. Erneut gesteht sie ihm ihre Liebe. Doch wieder weist Leybke sie zurück. In ihrem Schmerz schluckt sie Gift und bricht wenig später im Kerker tot zusammen.

Der Graf lässt sich einreden, dass Leybke Schuld am Tod seiner Tochter sei und greift nur zu gern Stefans teuflische Idee auf, Leybke bei lebendigem Leibe begraben zu lassen. Alle Versuche, ihn von seinem unmenschlichen Urteil abzubringen, sei es durch Geld- und Edelsteingeschenke der jüdischen Gemeinde oder auch durch mahnende Worte kirchlicher Würdenträger, scheitern. Leybke stirbt als Märtyrer.

Drei Intertitel am Ende des Films berichten davon, dass ein minyan Leybke drei Tage später heimlich nach jüdischem Ritus begraben hat, und dass seit jener Zeit alljährlich des jüdischen Märtyrers Leybke gedacht wird.

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