Tevye der Milkhiger (USA 1939) – Inhaltsangabe

Der Milchmann Tevye lebt mit seiner Frau Golde und Tochter Khave als einzige jüdische Familie in einem ukrainischen Dorf. Khave ist mit dem Nichtjuden Fedya Galagan liiert, was sie aber vor ihren Eltern geheim hält. Doch ihre Schwester Tseytl, die mit ihren Kindern Shloyme und Perele eingetroffen ist, ahnt etwas. Als der Dorfpope bei einem Besuch die Verbindung von Khave mit einem Nichtjuden als Hypothese aufstellt, reagiert Tevye ungehalten; Khave erleidet einen Schwächeanfall.

Khave klagt Fedya ihr Leid, über ihre innere Zerrissenheit. Er beruhigt sie, ist überzeugt, dass ihre Liebe von niemandem zerstört werden könnte. Spät am Abend bringt er ihr ein Buch. Tevye kriegt noch mit, wie Fedya verschwindet und stellt seine Tochter zur Rede. Als Khave ihm vom Buch erzählt und sie ihm ein Bild des Autors zeigt, kann Tevye bloß den ewigen Antisemiten in ihm erkennen. Als er sie fragt, ob sie jemals etwas tun würde, was ihm oder Golde den Tod bringen würde, verneint sie. Für Tevye ist damit die Angelegenheit erledigt; Khave ist verzweifelt.

Das ganze Dorf ist zu Khaves und Fedyas Hochzeit eingeladen, bis auch Khaves Familie. Während das Brautpaar im Haus des Popen auf den Beginn der Zeremonie wartet, versuchen Tevye und Golde ihre Tochter noch einmal zu sehen. Zunächst reagiert der Pope freundlich, will sie aber nicht zu ihr lassen. Schließlich beschimpft er sie und jagt sie fort, als sie nicht locker lassen. Auch die Bräutigamseltern, die gerade eintreffen, wollen Tevye und Golde nicht helfen, sondern beschimpfen sie gleichfalls. Golde und Tevye ziehen sich zurück.

Als Golde nach Hause zurückkehrt, wird ihr klar, dass der Schabbat vorüber ist und sie spricht got fun avrom. Mit Tseytl, die danach kommt, weinen sie über Khave, versuchen sich aber nichts anmerken zu lassen, als Tevye kommt. Dieser macht havdalah, die Schabbat-Beendungszeremonie, danach bereitet sich die Familie zum sitzn shive für Khave vor, dem traditionellen Trauerritual.
Im Wirtshaus wird über den Erlass des Zaren, alle Juden aus den Dörfern zu vertreiben, hitzig diskutiert. Zwei Lager bilden sich, es kommt zum Handgemenge.

Khave erzählt ihrem Ehemann, dass Golde schwer erkrankt sei. Sie gibt sich die Schuld, macht sich Vorwürfe. Als Golde im Sterben liegt, steht Khave im Regen und schaut durchs Fenster. Sie ist verzweifelt.

Nach Goldes Tod geht das Leben weiter im Tevyes Haus: Tseytl, deren Mann in der Zwischenzeit ebenfalls verstorben ist, lebt mit ihrem Vater und ihren beiden Kindern zusammen. Die beiden Kinder streiten sich; Tseytl züchtigt sie.

Im Haus der Galagans ist Khave zu einer Dienstmagd degradiert: Sie kocht, wäscht und putzt, bedient ihre neue Familie beim Essen. Als sie ihren Vater vorbeifahren sieht, schleicht sie sich zu ihm heraus, will ihn sprechen. Dieser versucht sie zu ignorieren und treibt das Pferd zur Eile an. Khave bricht verzweifelt auf dem Weg zusammen.

Als Tevye mit seinen Enkeln Psalmen studiert, bekommt er Besuch vom Dorfrat, der ihn informiert, dass er und seine Familie binnen 24 Stunden das Dorf verlassen müssen. Tevye ist zunächst schockiert, doch dann akzeptiert er fatalistisch das Urteil.

Während Tevye und Tseytl den Hausstand auflösen und nur das Nötigste einpacken, erfährt Khave im Haus Galagan, dass ihre Familie beim Verkauf der Sachen nicht nur betrogen, sondern auch noch bestohlen wurde: Das Schabbatkleid ihrer Mutter wurde von einem der Bauern heimlich eingepackt. Fedya, der schläft, bekommt zu spät mit, dass sie das Kleid an sich nimmt und heimlich das Haus verlässt.

Sie kehrt in ihr altes Heim zurück, wo sie zunächst Tseytl darüber aufklärt, dass sie stets die wichtigsten Feiertage eingehalten hätte. Als Fedya kommt, um sie zurückzuholen, trennt sie sich von ihm, weil sie der Ansicht ist, dass sie in zwei verschiedenen Welten leben. Fedya akzeptiert ihre Entscheidung und reitet betrübt davon.

Als auch Tevye erfährt, dass Khave heimlich Jüdin geblieben ist, vergibt er ihr. Wieder vereint verlässt die Familie auf dem Pritschenwagen das Dorf mit dem Ziel Eretz Israel.

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