Motl der Opreyter (USA 1940) – Inhaltsangabe

Motl Friedman schuftet als Arbeiter an der Nähmaschine in einem Sweatshop an der Lower East Side. Er und die anderen Arbeiter treten in den Streik, um für bessere Arbeitsbedingungen und höheren Lohn zu kämpfen. Ob des Streiks gerät die junge Familie jedoch in große Not: Da das ständige Hungern an den Kräften des Babys zehrt, wird es krank; sein Gesundheitszustand verschlechtert sich zunehmend.

Wenig später wird Motl als Streikposten von einem Schläger, den der Fabrikbesitzer engagierten hat, mit einer Flasche niedergestreckt. Er überlebt zwar, doch im Krankenhaus machen die Ärzte der jungen Frau, Esther, wenig Hoffnung auf Genesung.

Esther versucht, die Situation zu meistern, doch vergebens: Ohne Einkommen ist sie außerstande, ihren Sohn zu versorgen, der immer kränker wird. Ihre Nachbarin Khane-Beyle rät ihr zur Adoption, was Esther zunächst vehement ablehnt. Heimlich nimmt Khane-Beyle Kontakt zum Adoptionsvermittler Benson auf. Dieser sieht gleich die Möglichkeit, das Baby an das kinderlose Anwaltsehepaar Rosenwald zu vermitteln, das bereit ist, der Mutter 500 Dollar zu zahlen.

Als Esther bewusst wird, dass ihr Sohn, wenn sie nichts unternimmt, bald sterben wird, stimmt sie schließlich der Adoption zu. Benson zahlt ihr 50 Dollar und steckt sich das restliche Geld nebst Vermittlungsgebühren in die eigene Tasche. Als Esther allein ist, glaubt sie, Motl nach Jackie fragen zu hören. Sie verliert den Verstand und dreht die Gashähne auf.

Drei Jahre sind vergangen. Motl ist wieder genesen und darf das Krankenhaus verlassen; er freut sich auf die Familie. Doch als er zu seiner alten Adresse zurückkehrt, findet er nur eine Baulücke vor. Keiner kann ihm sagen, wo die Bewohner hingezogen sind. Er sieht im Leben keinen Sinn mehr, wird zum Stadtstreicher, der seine traurige Geschichte Passanten erzählt und Blumen verkauft. 20 Jahre vergehen, man schreibt das Jahr 1940.

Jackie seinerseits konnte wohlbehütet als Sohn der Rosenwalds aufwachsen und erfolgreich sein Jurastudium abschließen. Er ist glücklich verlobt mit Ruth, der Tochter von Khane-Beyle und Yossl Frumkin, den ehemaligen Nachbarn der Friedmans aus dem Tenement. Diese nennen sich mittlerweile Annabella und Joseph, da Letzterer zum größten Kleiderfabrikant New Yorks geworden ist. Die Rosenwalds und Frumkins bereiten sich auf die bevorstehende Hochzeit vor.

Doch das Familienglück wird empfindlich durch das neuerliche Aufkreuzen von Mr. Benson gestört, der all die Jahre die Rosenwalds erpresst hat, die ihrem Adoptivsohn seine wahre Herkunft verschweigen wollten. Diesmal ist es Mr. Rosenwald aber genug, er will kein Schweigegeld mehr zahlen, woraufhin der erboste Benson schwört, mit dem echten Vater wieder zu kommen.

Auf der Straße begegnet Benson Motl und überredet ihn, die Rolle des wiedergefundenen Vaters zu spielen. Dieser willigt ein, als er den Namen des Vaters, seinen eigenen Namen, vernimmt und gewahr wird, dass er seinen Sohn endlich wieder gefunden hat. Bei den Rosenwalds angekommen, erleidet er vor Freude einen Schwächeanfall, als er Jackie sieht. Doch er erkennt, dass sein Sohn wohlbehütet und begütert aufgewachsen ist und der Schock für ihn zu groß wäre, würde er seine wahre Herkunft erfahren. Als Motl kurz mit Benson allein ist, kommt es zum Handgemenge, weil er sich weigert, die ihm zugedachte Rolle bis zum Ende zu spielen. Aus Notwehr erschießt er den Erpresser. Doch anstatt die Umstände des Totschlags aufzuklären, nimmt Motl Gefängnis und Mordanklage auf sich, immer noch darauf bedacht, seine Identität zu verschleiern, um das Glück seines Sohnes nicht zu gefährden. Dieser übernimmt die Verteidigung im Strafprozess und es gelingt ihm, einen Freispruch für Motl zu erwirken.

Bei der Hochzeit von Jackie und Ruth, zu der auch Motl eingeladen ist, erkennt Yossl/Joseph seinen ehemaligen Nachbarn. Motl verspricht jedoch Mr. Rosenwald, der zutiefst ergriffen über Motls Verschwiegenheit ist, auch weiterhin sein Stillschweigen zu bewahren, wenn er nur gelegentlich Jackie sehen dürfe, was dieser unter Tränen der Rührung gerne zugesteht.

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