Mizrekh un Mayrev (A 1923) – Inhaltsangabe

Morris Brown, ehemaliger Broynshteyn, ein aus Galizien in die USA immigrierter, reicher Kleiderfabrikant, reist mit seiner Tochter Mollie in seine Heimat anlässlich der Hochzeit seiner Nichte Zelde. Dort angekommen, fällt Mollie, die so gar nicht dem orthodoxen Frauenbild entspricht, sofort dem Talmudstudenten Yankev auf, der im Haus Broynshteyn freie Kost und Logis genießt. Sofort verliebt er sich in die moderne junge Frau.

In der Zeit vor Zeldes Hochzeit eckt Mollie mit ihrer Modernität stets an und brüskiert den Lebensstil ihrer traditionellen galizischen Familie. Als Jom Kippur begangen wird, will Mollie weder beten noch streng fasten; sie liest stattdessen lieber ein Buch und macht sich heimlich über den Inhalt der Speisekammer her; sie schlägt die Köchin Mokhle nieder, weil diese sie verraten hat; die Mittagspause des khazn nutzt sie, um seinen Chorsängern den shimmy beizubringen; und sie verkleidet sich als Chassid, um gemeinsam mit dem Rebben und seinen Anhängern zu singen. Fehlverhalten, die alle bestraft werden.

Als sie wieder einmal Stubenarrest hat, wird sie von ihrer Kusine Zelde aufgesucht, die ihr den Brautschleider zeigen will. Bei dessen Anblick kommt Mollie auf die Idee, für sich selbst eine Spaßhochzeit auszurichten. Neben Zelde und ihren Freunden willigen auch Mokhle die Köchin und Shabse, der Diener, die beide Mollie mittlerweile ins Herz geschlossen haben, ein, bei diesem Spaß mitzumachen. Allein der Bräutigam muss noch gefunden werden.

Dieser ist schnell in Gestalt Yankevs gefunden. Doch nur widerwillig lässt er sich unter die khuppah führen und neben Mollie stellen. Erst als diese insistiert, von ihm den Ring an den Zeigefinger gesteckt zu bekommen, kommt Leben in ihn: Nach kurzem Zögern vollzieht er das Ritual, wohl wissend, dass dieses rechtlich die Ehe besiegelt. Die in religiösen Angelegenheiten unbedarfte Mollie hingegen ist bis zum Schluss überzeugt davon, dass alles nur ein Spaß wäre. Doch da ist sie bereits Yankevs rechtmäßige Frau.
Als nach Zeldes Hochzeit der Rebbe versucht, Yankev zur Scheidung zu bewegen, weigert dieser sich, was große Empörung hervorruft. Allein sein Freund Menashe hält zu ihm; er nimmt ihn seinem kargen Heim auf. In einem Brief an Mollies Vater erbittet sich Yankev in Sachen Scheidung eine fünfjährige Frist aus, sagt aber zu, der Scheidung dann zuzustimmen. Sodann reist er nach Wien, wo er von seinem assimilierten und wohlhabenden Onkel Fried aufgenommen wird.

In Wien assimiliert sich der junge Mann überdeutlich und schnell, avanciert zudem zu einem berühmten Gelehrten und nennt sich fortan Ben Ali.

Als Mollie und ihr Vater kurz vor Ablauf der Frist nach Wien reisen, will Yankev alias Ben Ali seine Frau auf die Probe stellen und verheimlicht zunächst seine neue Identität. Bei einer Lesung seines Werkes, zu der er sie einladen lässt, verliebt sich die ahnungslose Mollie in den gutaussehenden Wissenschaftler. Trotzdem will sie erst die Scheidung abwarten, bis sie sich auf eine Beziehung mit diesem einlässt. Als es schließlich zum offiziell ersten Wiedersehen der beiden Eheleute kommt, schlüpft Yankev alias Ben Ali noch einmal in die Kleider des einstigen “Kaftanjuden”. Doch schnell lüftet er sein Geheimnis und schließt Mollie, die nun die Scheidung nicht mehr will, in seine Arme.

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