Der Vilner Balebesl (USA 1940) – Inhaltsangabe

Yoel Duvid Strashunsky ist khazn der jüdischen Gemeinde zu Vilnius. An Rosch ha-Schana, dem jüdischen Neujahrsfest, leitet er den Gottesdienst, dem auch der polnische Komponist Stanislav Moniuszko und sein Dirigent Tilchinski beiwohnen. Diese sind sichtlich beeindruckt von der Stimmgewalt des khazn und laden ihn ein. Wohlwissend, dass dies seinem Schwiegervater Reb Aaron, bei dem er mit seiner Frau Khane und ihrem gemeinsamen Sohn Peretzl lebt, nicht gefällt, lehnt er zunächst ab.

Das Angebot geht Yoel Duvid jedoch nicht aus dem Kopf. Unter einem Vorwand verlässt er das Haus, den von seinem Schwiegervater hinterhergeschickten shammes Nute auf den Fersen. Nute verliert jedoch Yoel Duvids Spur; der khazn kann unbemerkt zu Moniuszko gehen. Der Komponist macht ihn mit Beethovens Musik vertraut. Yoel Duvid ist hingerissen von der Schönheit der Musik; er ist überzeugt, dass Musik Juden und Christen einander näher bringen kann.

Im Verlauf dieser abendlichen Musiklektionen drängt Moniuszko immer mehr Yoel Duvid, Noten lesen zu lernen, um gänzlich in die Welt der westlichen Musik eintauchen zu können. Doch schließlich überrascht Nute Yoel Duvid beim Komponisten und bringt ihn nach Hause, wo er von seinem Schwiegervater und dem Rabbiner zur Rede gestellt wird, die darauf drängen, dass er seine Besuche einstellt. Schweren Herzens sagt Yoel Duvid zu, leidet aber sehr darunter, so dass seine Frau ihn erneut zu Moniuszko gehen lässt.

Dort angekommen, verblüfft er diesen mit seiner Fähigkeit, Noten lesen zu können: Fehlerfrei singt er eine Arie aus der Oper Halka vom Blatt. Moniuszko ist begeistert und will ihn für die Rolle des Jontek an der Warschauer Oper haben.

Als Yoel Duvid seinen Angehörigen von dieser Chance erzählt, stößt er erneut auf vehemente Ablehnung. Wieder gibt er sich geschlagen und fährt nicht. Doch ein Brief Moniuszkos, der inzwischen ohne ihn nach Warschau gereist ist, ihn aber nach wie vor engagieren will, lässt ihm keine Ruhe. Mit Khanes Einverständnis geht er heimlich nach Warschau.

Dort wird er von der feinen Gesellschaft mit offenen Armen empfangen, da alle begeistert sind von seinem Talent; sein Debüt als Opernstar wird ein triumphaler Erfolg, er wird zum Star. Zudem lernt er die junge und schöne Gräfin Wanda kennen, beide sind einander sehr zugetan.

Unterdessen vermissen Peretzl und Kahne schmerzlich Yoel Duvid. In einem Brief schreibt er, dass er sie bald nach Warschau holen will. Reb Aaron, der hinzukommt, reagiert ungehalten.

Yoel Duvid hat seinerseits Heimweh nach Vilnius. Nach einer Probe jedoch kommt er Wanda näher.

Monate später offenbart sich seine innere Zerrissenheit erneut: Anstatt zu einer Probe zu gehen, begibt er sich in eine unscheinbare Synagoge, um mal wieder als khazn zu singen. Nach diesem Ausflug in frühere Zeiten will er wieder nach Vilnius zurückkehren, doch Wanda überredet ihn, zu bleiben. Er bleibt. Unterdessen erkrankt Peretzl schwer und stirbt zu Hause in Vilnius.
Yoel Duvid scheint seine Familie vergessen zu haben: Ungehemmt turteln er und Wanda hinter der Bühne. Kurz vor seinem Auftritt fängt ihn jedoch Reb Aaron ab, der ihn über Peretzls Tod aufklärt und ihm als Zeichen der Trauer die Kleidung einreißt. Geschockt steht Yoel Duvid auf der Bühne; zunächst bleibt er stumm und beginnt dann krächzend, ein Wiegenlied zu singen. Danach bricht er auf der Bühne zusammen.

Ein Arzt stellt einen extremen Schockzustand fest; er sagt voraus, dass der Yoel Duvid nie wieder singen wird.
Ohne jemanden über sein Tun zu informieren, verschwindet Yoel Duvid aus Warschau und wandert gen Vilnius.

Am Abend von Jom Kippur trifft Yoel Duvid schließlich in der Synagoge von Vilnius ein. Als der neue khazn das Kol Nidre anstimmt, stimmt er mit ein und singt alleine weiter. Nachdem er das Gebet beendet hat, bricht er tot zusammen. Der Rabbiner verzeiht ihm posthum.

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