Der Vandernder Yid (USA 1933) – Inhaltsangabe

Die ersten Minuten des Films fehlen. Darin werden nach Angaben des National Center for Jewish Film der Protagonist des Films, der jüdische Deutsche Arthur Levi, Maler und Professor an der Kunstakademie zu Berlin und seine nichtjüdische Verlobte Gertrud eingeführt.

Die existierende Fassung beginnt mit einem Interview, das der Kunstprofessor einem Journalisten anlässlich eines Gemäldes gibt, das er zum Zweck der Aufnahme in die Kunstakademie gemalt hat. Freimütig erzählt er, dass er darin das jüdische Volk symbolisch als ewigen Wanderer dargestellt und diesem die Züge seines verstorbenen, aus Osteuropa stammenden Vaters verliehen hat. Der Journalist reagiert irritiert und fragt, ob er denn die aktuelle Entwicklung in Deutschland nicht verfolgen würde. Levi will davon nichts wissen.

Als Levi den Journalisten um eine Bewertung des Gemäldes bittet, will der sich nicht äußern. Stattdessen beurteilt Levis Butler, der einst mit dem Vater befreundet war, das Bild. Er bemängelt, dass der Blick des Gemalten nicht jüdisch sei, woraufhin Levi dagegen hält, dass Jehova auch ein strenger Gott sei. Eine Unterhaltung über Gott und das jüdische Volk entspinnt sich, in deren Verlauf der Butler meint, dass Abraham einst durch Mitleid gläubig geworden sei, woraufhin Levi antwortet, dass Glaube an den unzähligen Kriegen Schuld sei. Er erinnert sich an den Ersten Weltkrieg, bei dem auch er an der Front war. Der Butler hält die alttestamentarische Geschichte Abrahams dagegen, zu dessen Zeit es auch schon Territorialkonflikte gab, die aber im Guten gelöst wurden.

Als sich der Journalist verabschiedet, geht Levi in den Nebenraum zu seiner Verlobten, die die ganze Zeit über erfolglos von seinem ebenfalls nichtjüdischen Freund Paul von Eisenen bedrängt wurde. Als die Frage aufkommt, ob das Bild angenommen werden wird, suggeriert von Eisenen, dass dies auf Grund des internationalen jüdischen Netzwerks sicher geschehen würde. Levi ist empört. Als das Paar allein ist, beklagt sich Levi bei Gertrud, ständig mit Neid und Eifersucht konfrontiert zu sein.

Die Akademie der Künste tagt. Als Arthur Levi aus einem Haus tritt, wird er Zeuge eines Naziaufmarsches, bei dem die Massen „Juden, Juden“ skandieren. Er ist entsetzt.

Levi kommt nach Hause, noch kennt er die Entscheidung nicht. Auch der Journalist weiß nichts Neues. Im Nebenzimmer versucht von Eisenen, Gertrud ihre Beziehung mit Arthur schlecht zu machen, weil er Jude sei, was dieser, da er an der Tür lauscht, mitbekommt. Inzwischen wird das Bild zurückgeliefert mit der Begründung, dass es aus grundsätzlichen Gründen abgelehnt wurde. Von Eisenen bestätigt, dass Juden in Deutschland nicht mehr willkommen seien. Es kommt zum offenen Konflikt zwischen ihm und Levi. Als Gertrud und Arthur Levi allein sind, erklärt er ihr erneut seine Liebe.

Der Journalist kehrt zurück mit der Neuigkeit, dass Levi nun auch noch seinen Posten als Professor verloren hat. Auch von Eisenen kommt wieder und berichtet vom Boykott jüdischer Geschäfte und der Verbrennung von Büchern jüdischer Schriftsteller. Er will, dass Gertrud mit ihm geht, doch diese weigert sich.

Abends werden Arthur und seine Verlobte Zeugen der Bücherverbrennung. Sie sind erschüttert.

Später besucht Gertrud noch einmal den Maler zu Hause und eröffnet ihm, dass sie die Verlobung lösen möchte, weil sie zu sehr Angst habe. Versteinert lässt Arthur sie gehen. Gleich darauf muss er erleben, wie ein antisemitischer Mob die Scheibe seines Wohnzimmerfensters einwirft. Angesichts der Gefahr, dass sein Gemälde vom Nazimob zerstört werden könnte, will er es lieber selber vernichten.

Doch die Stimme seines Vaters, der als Geist aus dem Gemälde heraustritt, hindert ihn daran; er spricht ihm Mut zu. Der Vater erzählt, dass die Geschichte der Juden, beispielhaft illustriert anhand der Geschichte Mose und der Juden in Ägypten, der Babylonischen Gefangenschaft, der Kreuzzüge, der spanischen Inquisition und des Zarenreichs, stets von Antisemitismus geprägt war und dass das, was gerade in Deutschland geschieht, keine Ausnahme sei. Doch er ist voller Hoffnung, dass sich das ewige Wandern des jüdischen Volkes angesichts von Herzl und einem künftigen jüdischen Staat ändern wird; er glaubt an die internationale Solidarität. Auch sagt er, dass aller Gewalt zum Trotz, der Geist der Juden nie zerstört werden könne.
Sich wieder zu seiner jüdischen Identität bekennend, ist Arthur gleichfalls ein ewiger Wanderer geworden.

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