Dem Khazns Zundl (USA 1937) – Inhaltsangabe

Der ca. 12 jährige Shloymele Reichman lebt mit seinen Eltern in Belz. Sein Vater ist der khazn der Gemeinde. Doch anstatt in dessen berufliche Fußstapfen treten zu wollen, fühlt sich der Junge dem Schauspiel zugeneigt: er sympathisiert mit einer gastierenden Theatertruppe und ist sogar für eine Rolle vorgesehen. Als seine Eltern davon erfahren, ist die Aufregung groß, da sich Schauspielerei für einen frommen Juden nicht schickt. Shloymele wird verboten, zu den Schauspielern zu gehen. Seiner gleichaltrigen Freundin Rivke klagt er sein Leid. Als die Truppe nachts das Schtetl wieder verlässt, schließt sich Shloymele ihr an.

Zusammen reisen sie durchs Land. Eine der Schauspielerinnen hat sich des Jungen angenommen. Eines Tages erhalten sie Engagement für Amerika: Die Freude ist groß, die Truppe fährt hin. Einmal in New York, ist die Euphorie bei Shloymele jedoch schnell verflogen: Seine Ersatzmutter ist ernsthaft erkrankt und muss zurückbleiben. Die Truppe zieht weiter. Shloymele bleibt bei der Kranken und wird von Heimweh nach seinem Schtetl übermannt.

Die Jahre vergehen. Aus Shloymele ist nunmehr ein junger Mann, Sol, geworden, der verzweifelt nach Arbeit sucht. Als er sich am Eingang des Roumanian Garden Cafés herumdrückt, wird die Sängerin des Lokals, Helen, auf ihn aufmerksam – aus Mitleid verhilft sie ihm zu einem Putzjob im Lokal. Als Helen später in Anwesenheit von Ben probt, dem Besitzer des Lokals, ihrem Geliebten, kommt Sol mit dem Feudel in der Hand und einem Lied auf den Lippen herein. Helen ist begeistert von Sols Stimme und überredet Ben, dem jungen Mann eine Chance zu geben. Widerwillig sagt dieser zu.

Sols erster gemeinsamer Auftritt an Helens Seite wird ein voller Erfolg: sie singen Mayn shteytele Belz und überzeugen damit auch den Besitzer eines Radiosenders, W. H. Rosowitch, der Sol für einen Auftritt engagiert.

Rosowitch gibt ihm als Anzahlung 100 Dollar, Sol ist überwältigt. Davon kauft er Helen, mit der er zusammen ist, ein Geschenk und schickt 25 Dollar nach Hause, damit sich sein Vater einen neuen tallith kaufen kann. Als der Brief mit dem Geld in Belz ankommt, sind nicht nur Sols Mutter und die, zu einer schönen jungen Frau herangewachsene Rivke überglücklich, sondern auch sein alter Vater ist zutiefst gerührt.

Unterdessen konnte sich Sol gegen den seichten Musikgeschmack Rosowitchs durchsetzen und singt das religiöses Lied Av HaRakhamim im Radio Nicht nur Helen, die seine Performance live erlebt, sondern auch die Radiozuhörer sind von seiner Darbietung begeistert. Besonders die Gemeindemitglieder von B’nai Yizkhok sind hingerissen; überdies sind sie verzweifelt auf der Suche nach einem khazn für die Feiertage. Einer von ihnen, Yossl Luftik, stürzt sogleich zur Radiostation, um Sol zu engagieren und sich ihm als Manager anzubieten.

Fortan überstürzen sich die Ereignisse: Quasi über Nacht ist Sol wird zum Kantorstar und tourt durch ganz Amerika, während Helen in New York auf ihn wartet. Wieder zurück in New York, erhält Sol einen Brief seiner Eltern, die ihn nach Belz zu ihrer Goldenen Hochzeit einladen. Sol ist tief berührt und beschließt hinzureisen, nicht ohne aber der unglücklichen Helen zuvor zu versichern, dass er sie nicht vergessen und zu ihr zurückkehren würde.

In Belz wird Sol von seinen Eltern und der ganzen Gemeinde mit offenen Armen empfangen und als Starkantor gefeiert. Als Sol Rivke wiedersieht, entflammt die Liebe aufs Neue, was Sols Eltern gar nicht ungelegen kommt.

Unbeschwert gehen die Tage der Liebenden dahin, während Helen verzweifelt auf ein Lebenszeichen ihres Geliebten wartet. Sie beschließt, nach Belz zu reisen, wo alles für die Hochzeit vorbereitet ist: Am Schabbat vor der Hochzeit nimmt Sol den Platz seines Vaters als khazn ein, und später feiern die Familien mit ihren Gästen. Dort trifft Helen ein, die sich mit Sol ausspricht. Sie akzeptiert, dass er seine Jugendliebe heiraten will und wünscht auch Rivke alles Gute. Während Sol von Yossl und seinem Vater für die Hochzeitszeremonie abgeholt wird, reist Helen mit gebrochenem Herzen wieder ab.

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